Ratgeber

Hochzeitsfotos & Datenschutz: Was „verschlüsselt“ wirklich bedeutet

Auf euren Hochzeitsfotos sind Kinder, Großeltern und Freunde - in Momenten, die sie mit euch teilen, nicht mit der ganzen Welt. Fast jeder Anbieter verspricht, dass eure Bilder „sicher“ und „verschlüsselt“ sind. Dahinter kann aber sehr Unterschiedliches stecken. Hier steht, worauf ihr achten solltet.

Warum das bei Hochzeitsfotos wichtig ist

Eure Gäste fotografieren den ganzen Tag: beim Getting Ready, beim Tanzen, am späten Abend. Viele dieser Bilder sind privat, und viele Menschen darauf wurden nie gefragt, ob sie irgendwo gespeichert werden dürfen. Wenn ihr einen Dienst zum Sammeln nutzt, vertraut ihr ihm all diese Bilder an. Deshalb lohnt es sich zu wissen, wer sie am Ende tatsächlich ansehen kann.

Die drei Arten von „verschlüsselt“

Das Wort allein sagt wenig. Entscheidend ist, wann verschlüsselt wird und wer den Schlüssel hat:

1. Verschlüsselt bei der Übertragung

Das kleine Schloss im Browser (HTTPS). Unterwegs kann niemand mitlesen - beim Anbieter liegen die Fotos aber ganz normal lesbar. Das ist heute Standard und sagt über den Schutz eurer Bilder wenig aus.

2. Verschlüsselt gespeichert

Die Fotos liegen verschlüsselt auf der Festplatte, den Schlüssel hat aber der Anbieter. Das schützt vor gestohlenen Festplatten. Der Anbieter selbst, seine Mitarbeitenden oder ein Angreifer mit Zugriff auf seine Systeme können die Bilder trotzdem öffnen.

3. Ende-zu-Ende-verschlüsselt

Die Fotos werden schon auf dem Handy des Gastes verschlüsselt, und nur ihr habt den Schlüssel. Beim Anbieter liegt nur Datensalat - auch er selbst kann die Bilder nicht ansehen. Man spricht dann auch von Zero-Knowledge.

Fünf Fragen, die ihr jedem Anbieter stellen könnt

Wer hat den Schlüssel zu den Fotos?

Die wichtigste Frage. Lautet die Antwort „wir“ oder bleibt sie vage, kann der Anbieter eure Bilder ansehen.

Wo wird verschlüsselt - auf dem Handy oder auf dem Server?

Nur wenn schon auf dem Handy verschlüsselt wird, kommen die Fotos nie lesbar beim Anbieter an.

Was passiert, wenn wir unser Passwort vergessen?

Kann der Anbieter euch einfach ein neues Passwort setzen und ihr seht danach alle Fotos wieder, hat er Zugriff auf die Schlüssel. Bei echter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung braucht ihr dafür einen eigenen Wiederherstellungsschlüssel.

Wo stehen die Server?

Innerhalb der EU gilt die DSGVO. Bei Servern außerhalb der EU solltet ihr genauer nachfragen.

Wer kann die Galerie sehen, und wann wird gelöscht?

Gut ist eine Galerie, die nicht öffentlich auffindbar und mit einem Passwort geschützt ist, und eine klare Speicherdauer, nach der alles gelöscht wird.

So macht es weddingsnaps.de

Bei uns sind alle Fotos und Videos Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Konkret heißt das:

  • Verschlüsselt auf dem Handy: Jedes Foto bekommt im Browser des Gastes einen eigenen, zufälligen Schlüssel (AES-256) und wird verschlüsselt, bevor es das Handy verlässt. Dieser Schlüssel wird mit eurem öffentlichen Schlüssel (RSA-4096) gesichert.
  • Entschlüsselt nur bei euch: Den passenden privaten Schlüssel kann nur euer Passwort entsperren - und das Passwort wird nie an uns übertragen, auch nicht als Hash. Die Fotos werden erst in eurem Browser wieder sichtbar.
  • Galerie für Gäste mit eigenem Passwort: Wenn ihr eine Galerie teilt, bekommt sie ein eigenes Passwort. Auch das kennen nur ihr und eure Gäste.
  • Server in der EU: Die verschlüsselten Dateien liegen in Wien und Amsterdam.

Was wir trotzdem sehen

Damit alles funktioniert, speichern wir einige organisatorische Angaben unverschlüsselt: eure Namen, euer Hochzeitsdatum, wann wie viele Dateien hochgeladen wurden, wie groß sie sind und die Texte eurer Foto-Challenge-Aufgaben. Die Fotos und Videos selbst, ihre Vorschaubilder und ihre Dateinamen sehen wir nicht.

Die Kehrseite: euer Passwort ist wirklich wichtig

Weil wir keinen Zugriff auf eure Schlüssel haben, können wir ein vergessenes Passwort nicht einfach zurücksetzen. Bei der Registrierung bekommt ihr deshalb einen Recovery Key. Bewahrt ihn gut auf - ohne Passwort und ohne Recovery Key kommt niemand mehr an die Fotos, auch wir nicht.

Fünf Tipps für eine private Hochzeitsgalerie

  • Galerie nur mit Passwort teilen: Ein Link allein wird schnell weitergeleitet. Mit Passwort bleibt die Galerie im Kreis eurer Gäste.
  • Upload absichern: Liegt der QR-Code an einem öffentlichen Ort, verhindert eine Upload-PIN, dass Fremde Bilder hochladen.
  • Vor dem Posten fragen: Was in eurer privaten Galerie gut aufgehoben ist, gehört nicht automatisch auf Instagram. Fragt Gäste, bevor ihr Fotos mit ihnen veröffentlicht - bei Kindern die Eltern.
  • Euren Gästen sagen, wo die Fotos landen: Ein Satz auf der Tischkarte oder in der Ansage reicht: Die Bilder sieht nur das Brautpaar. Das macht vielen Gästen das Hochladen leichter.
  • Rechtzeitig herunterladen: Die Speicherdauer ist begrenzt. Ladet eure Fotos herunter und bewahrt sie bei euch auf, bevor sie gelöscht werden.